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Warum war deine Entscheidung logisch und hat trotzdem nicht gestimmt?

Du hast alles abgewogen. Die Argumente waren klar, die Liste war eindeutig, die Entscheidung stand. Und trotzdem hat sich etwas in dir gemeldet und gesagt: Das passt nicht. In diesem Beitrag geht es um diese zweite Stimme – was sie ist, wann du ihr trauen kannst und wann nicht.

Was ist Intuition eigentlich?

Intuition ist nach einer verbreiteten Beschreibung des Psychologen und Risikoforschers Gerd Gigerenzer schnelle, unbewusste Intelligenz. Du weißt im Bruchteil einer Sekunde Ja oder Nein, ohne begründen zu können, warum. Die Begründung fehlt nicht, weil sie nicht existiert – sie ist nur nicht in Worten abgelegt.

Wichtig ist mir die Unterscheidung: Der Vorgang läuft unbewusst, das Ergebnis ist sehr wohl wahrnehmbar. Du kannst es spüren, und du kannst lernen, genauer hinzuhören.

Warum wird Intuition gerade jetzt wichtiger?

Intuition gewinnt an Bedeutung, weil das Denken zunehmend abgegeben werden kann. Künstliche Intelligenz analysiert, strukturiert, vergleicht, formuliert. Was sie nicht hat, ist ein Körper, der auf etwas reagiert. Sie kann dir nicht sagen, ob ein Weg zu dir passt.

Wir haben vor vielen Technologien Angst gehabt – vor dem Auto, vor dem Internet, vor dem Handy. Weitergebracht haben sie uns trotzdem. Die Frage ist nicht, ob du damit umgehen willst, sondern wo du dich selbst positionierst. Und meine Überzeugung ist: genau dort, wo es ums Spüren geht. Mehr dazu findest du in meinem Beitrag Künstliche Intelligenz und menschliche Fähigkeiten.

Warum fällt dir das Spüren schwerer als das Denken?

Das Spüren fällt schwerer, weil das Denken jahrzehntelang trainiert wurde und das Spüren nicht. Kindergarten, Schule, Ausbildung, Studium: Dort wird Wissen vermittelt, bewertet und abgefragt. Du hast gelernt, dich über das zu definieren, was du weißt.

Wissen ist wichtig, da gibt es für mich keine Diskussion. Aber „Wissen ist Macht“ gehe ich nicht mit. Die Frage ist immer: Wissen über was? Und während sich das verfügbare Wissen rasant verändert, bleibt eine Fähigkeit stabil – nämlich wahrzunehmen, was zu dir gehört und was nicht.

Wie machst du einen Resonanzcheck?

Einen Resonanzcheck machst du so: Du nimmst die zwei Möglichkeiten, zwischen denen du stehst, und legst sie dir innerlich nebeneinander. Dann spürst du bei jeder einzeln nach – in der Brust und im Bauch. Geht etwas auf oder geht etwas zu? Wird es weit oder wird es eng?

Dein Körper ist der Resonanzkörper für dein inneres Erleben. Er meldet sich über Druck auf der Brust, über schwere Schultern, einen verspannten Nacken, ein Ziehen im Bauch. Das sind keine Zufälle, das sind Informationen.

Zwei Dinge sind dabei entscheidend. Erstens: Du brauchst vorher Ruhe. Mitten im Rotieren spürst du nur das Rotieren. Zwei Minuten Atem genügen oft. Zweitens: Die erste Regung zählt. Alles, was danach kommt, ist meist schon dein Kopf, der die Antwort korrigiert.

Was bringt Journaling bei einer Entscheidung?

Journaling bringt dir Zugang zu Gedanken, die unter den lauten liegen. Du setzt dich mit einem weißen Blatt Papier und einem Stift hin, mindestens zehn Minuten, und schreibst ununterbrochen. Es muss keinen Sinn ergeben. Fällt dir nichts ein, schreibst du: Mir fällt gerade nichts ein.

Nach zwei oder drei Minuten kommst du in einen Fluss, und ab dort wird es interessant. Die Frage, die ich dir mitgebe, ist eine einzige: Was weiß ich tief in mir? Schreib, ohne zu bewerten. Was kommt, kommt.

Wo Intuition nicht weiterhilft

Intuition ist dort verlässlich, wo du Erfahrung hast. Bei Menschen, bei Situationen, die du kennst, bei Entscheidungen, die du in Varianten schon getroffen hast. Bei einem Thema, mit dem du nie zu tun hattest, ist das Gefühl kein Erfahrungswissen, sondern einfach ein Gefühl – und dann kann es dich in die Irre führen.

Außerdem gilt: Ein enges Gefühl heißt nicht automatisch „falsch“. Es kann auch Angst sein, und Angst meldet sich besonders laut, wenn etwas richtig und gleichzeitig unbequem ist. Das auseinanderzuhalten ist Arbeit und braucht manchmal jemanden, der mit hinschaut. Wenn es bei dir um Angst vor Entscheidungen geht, steht dazu mehr in Angstfrei entscheiden.

Wie bringst du Kopf und Bauch zusammen?

Kopf und Bauch bringst du zusammen, indem du die Reihenfolge änderst, nicht die Anteile. Zuerst spüren, dann denken. Der Bauch gibt die Richtung, das Herz prüft, ob es sich öffnet, und dein Verstand setzt es um – denn umgesetzt werden muss es.

Es ist kein Entweder-oder, es ist ein Miteinander. Was ich in meiner Arbeit in Kempten (Allgäu) am häufigsten erlebe: Die Entscheidung ist längst getroffen. Sie wird nur nicht gehört, weil zu viel dazwischenliegt.

Genau dort setze ich in der systemischen Aufstellungsarbeit an. Entscheiden durch Spüren statt durch Denken – ich arbeite dabei im Einzelsetting mit Figuren und Bodenankern. Die Möglichkeiten werden in den Raum gestellt, und du gehst hin und spürst. Der Verstand hat in diesem Moment nichts zu sagen, und das ist der ganze Trick daran.

Deine Sternstunde

90 Minuten, in denen wir eine erste Herausforderung bearbeiten. Davor führen wir ein kostenloses, unverbindliches Gespräch. Was dich dort erwartet, steht bei der Sternstunde.

Finde dort heraus, ob ich der richtige Begleiter bin für das, was dich gerade emotional und seelisch beschäftigt.

Dein Weg, dein Tempo, deine Entscheidung.

Ich freue mich zutiefst auf unsere Begegnung. Dein Andreas.

Energetisches Coaching ist keine Heilbehandlung und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnostik und Behandlung.

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