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Warum verstehst du dein Thema und veränderst es trotzdem nicht?

Du verstehst dein Thema längst, und trotzdem verändert sich nichts – weil Verstehen im kleineren Teil von dir stattfindet und das Verhalten im größeren. Das Eisbergbild beschreibt genau das: Ein Teil liegt über Wasser, der weitaus größere darunter. In diesem Beitrag erfährst du, was an dem Bild stimmt, was nicht, und warum das für deine Veränderung entscheidend ist.

Was besagt das Eisbergmodell?

Das Eisbergmodell beschreibt, dass bei jedem Menschen und in jeder Begegnung nur ein kleiner Teil sichtbar ist. Über Wasser liegt das, was du sagst, planst und bewusst entscheidest. Darunter liegen Gefühle, Prägungen, alte Erfahrungen und unausgesprochene Annahmen.

Du kennst das vermutlich als 10 zu 90: zehn Prozent bewusst, neunzig Prozent unbewusst. Diese Zahlen begegnen dir in fast jedem Ratgeber. Mir helfen sie als Bild – und genau als Bild möchte ich sie dir hier auch anbieten.

Stimmen die 10 und die 90 Prozent wirklich?

Die 10 zu 90 ist ein Bild, keine Messung. Für Eis im Meer stimmt die Proportion: Bei einer Eisdichte von etwa 0,917 g/cm³ und Meerwasser von etwa 1,025 g/cm³ liegen tatsächlich rund neun Zehntel unter Wasser. Über die menschliche Psyche sagt diese Physik allerdings nichts.

Zwei Dinge sage ich dir deshalb offen. Erstens: Das Bild stammt nicht von Sigmund Freud. Das Freud Museum London stellt klar, dass er die Analogie nie benutzt hat. Die früheste belegte Fassung mit Wasserlinie stammt von G. Stanley Hall aus dem Jahr 1898. Zweitens: Für die Aufteilung 10 zu 90 oder 20 zu 80 in der Kommunikation gibt es keine empirische Quelle.

Ich erzähle dir das, weil es zu dem passt, worum es hier geht: hinschauen statt übernehmen. Auch bei einem Bild, das mir selbst viel gibt.

Warum reicht Verstehen nicht aus?

Verstehen reicht nicht aus, weil der Verstand und das Gefühl zwei unterschiedliche Ebenen sind. Du kannst wissen, warum deine Mutter so gehandelt hat, wie sie gehandelt hat. Und trotzdem zieht sich bei ihrem Anruf etwas in dir zusammen.

In meiner Arbeit in Kempten (Allgäu) begegnen mir häufig Menschen, die ihr Thema gründlich durchdacht haben. Sie haben gelesen, reflektiert, manche waren in Therapie. Die Erkenntnis ist da. Nur ändert sich im Alltag nichts.

Das ist kein Versagen. Der Verstand hat schlicht keinen direkten Zugriff auf das, was darunter liegt. Es bleibt eine Erkenntnis über dich – und nicht eine Veränderung in dir.

Was liegt bei dir unter der Wasserlinie?

Unter deiner Wasserlinie liegen vier Dinge, die sich in meiner Arbeit immer wieder zeigen. Da sind deine Gefühle, auch die, an die du dich nicht mehr erinnerst. Da sind Glaubenssätze aus deiner Kindheit, die damals Sinn ergaben. Da sind Muster aus deinem Familiensystem, die du übernommen hast, ohne es zu merken. Und da ist das, was dein System aufgebaut hat, um dich zu schützen.

Vieles davon war einmal sinnvoll. Ein Kind, das lernt, bloß nicht aufzufallen, hatte dafür einen guten Grund. Nur läuft dieses Programm manchmal dreißig Jahre später noch – in Situationen, in denen es dich bremst statt schützt.

Wie kommst du an das heran, was du nicht siehst?

An das, was unter der Wasserlinie liegt, kommst du nicht über Nachdenken heran, sondern über Wahrnehmen. Genau dort setzt meine Arbeit an.

In der systemischen Aufstellungsarbeit wird der Kopf ausgehebelt, wie ich es nenne. Der Verstand hat dort nichts zu sagen. Du hörst nur noch auf dein Herz und deinen Bauch – und das Bauchgefühl meldet sich zunächst nur mit einem schlichten „Das fühlt sich komisch an“. Von dort gehen wir in die Details. Ich arbeite dabei im Einzelsetting mit Figuren und Bodenankern, in Kempten oder online. Den genauen Ablauf findest du hier: Familienaufstellung in Kempten.

Der Organisationspsychologe Edgar Schein hat es für seine Arbeit so formuliert: Eine der wichtigsten Aufgaben sei es, sichtbar zu machen, was unsichtbar ist. Das beschreibt ziemlich genau, was in einer Session geschieht.

Was dieses Bild nicht leistet

Das Eisbergmodell erklärt nicht, was bei dir konkret unter Wasser liegt. Es sagt dir nur, dass dort etwas ist. Den Inhalt kennt niemand von außen – ich auch nicht.

Und ich möchte ehrlich bleiben: Ich kann dir nicht versprechen, dass sich etwas löst. Manchmal braucht ein Thema mehrere Anläufe. Manchmal zeigt sich etwas anderes als erwartet. Was ich zusagen kann, ist ein Raum, in dem du sicher bist, und meine volle Aufmerksamkeit.

Eine Grenze gilt außerdem: Bei akuten Krisen, bei Depression oder bei schweren Traumafolgen gehört ein Mensch in ärztliche oder psychotherapeutische Hände. Wenn ich das bemerke, sage ich es offen.

Was du heute schon tun kannst

Nimm dir eine Situation, in der du immer wieder gleich reagierst, obwohl du es besser weißt. Und frag nicht, warum du so reagierst – darauf hat dein Verstand sofort eine Antwort.

Frag stattdessen: Wie alt fühlt sich dieses Gefühl an? Manchmal kommt dann ein Alter hoch, das dich überrascht. Das ist noch keine Lösung. Aber es ist der erste Hinweis darauf, dass du es gerade mit etwas zu tun hast, das älter ist als die Situation.

Deine Sternstunde

90 Minuten, in denen wir eine erste Herausforderung bearbeiten. Davor führen wir ein kostenloses, unverbindliches Gespräch. Was dich dort erwartet, steht bei der Sternstunde.

Finde dort heraus, ob ich der richtige Begleiter bin für das, was dich gerade emotional und seelisch beschäftigt.

Dein Weg, dein Tempo, deine Entscheidung.

Ich freue mich zutiefst auf unsere Begegnung. Dein Andreas.

Energetisches Coaching ist keine Heilbehandlung und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnostik und Behandlung.

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