NLP in Kempten (Allgäu)

Ein Handwerkskasten für Sprache, innere Bilder und Reaktionen – ohne die Tricks, für die NLP zu Recht kritisiert wird.

NLP steht für Neuro-Linguistisches Programmieren und ist eine Sammlung von Gesprächs- und Übungsformaten, die verändern, wie du über eine Situation denkst, sprichst und fühlst. Entwickelt haben es der Mathematiker Richard Bandler und der Linguist John Grinder Anfang der 1970er-Jahre in Santa Cruz, Kalifornien. In Kempten (Allgäu) nutze ich NLP als Handwerk im Coaching – für Zielklärung, innere Bilder und wiederkehrende Reaktionen.

Wann das passt

NLP ist keine Methode für ein bestimmtes Thema. Es ist eine Sammlung von Werkzeugen, und wie bei jedem Werkzeugkasten kommt es darauf an, was gerade gebraucht wird.

Zu mir kommen Menschen mit einem Ziel, das sich nicht greifen lässt. „Ich will zufriedener sein.“ „Ich will endlich Klarheit.“ Solche Sätze klingen nach einem Ziel und sind keines – man kann nicht darauf zugehen. Der erste Schritt ist dann immer derselbe: Woran würdest du merken, dass es soweit ist? Was genau würdest du sehen, hören, tun?

Andere kommen mit einer Reaktion, die immer im selben Moment kommt. Vor dem Telefonat mit einer bestimmten Person. Beim Betreten eines Raums voller Fremder. In der Sekunde, in der jemand einen bestimmten Ton anschlägt. Die Reaktion ist automatisch, das Nachdenken kommt danach – und deshalb hilft Nachdenken nicht.

Wieder andere merken, dass sie über sich in Sätzen sprechen, die sie nie überprüft haben. „Sowas kann ich nicht.“ „Bei mir klappt das nie.“ „Man macht das eben so.“ Solche Sätze sind sprachlich verräterisch, und genau daran setzt der Teil von NLP an, der aus der Sprachwissenschaft kommt.

Und manche bereiten sich auf eine konkrete Situation vor: ein Gespräch, eine Prüfung, einen Auftritt, eine Konfrontation, die ansteht. Dafür ist NLP handfest gut – man kann eine Situation vorher durchgehen und den eigenen Zustand darin verändern.

Wofür ich NLP nicht einsetze: für gesundheitliche Anliegen. Ich bin Coach, kein Arzt, Heilpraktiker oder Psychotherapeut. NLP ist in Deutschland kein anerkanntes Psychotherapieverfahren, und ich behandle nichts.

So arbeite ich damit

NLP sieht im Coaching unspektakulär aus: Wir reden, ich frage genauer nach, als es angenehm ist, und zwischendurch machen wir eine Übung, die sich seltsam anfühlt und funktioniert.

1. Das Ziel scharf stellen. Bevor irgendetwas anderes passiert, klären wir, woran du merken würdest, dass sich etwas verändert hat. Konkret, in deinen Worten, an einer erkennbaren Situation festgemacht. Dieser Schritt entscheidet über alles Weitere und dauert oft länger als erwartet.

2. Genauer hinhören. Ich frage an den Stellen nach, an denen Sprache etwas verdeckt: bei „man“, „immer“, „nie“, „das geht nicht“. Nicht um dich zu korrigieren, sondern weil hinter solchen Sätzen fast immer eine konkrete Erfahrung steckt, die sich anschauen lässt.

3. Die Situation ansehen. Wir gehen eine konkrete Szene durch – nicht als Erzählung, sondern als Wahrnehmung: Was siehst du, was hörst du, wo im Körper spürst du was, was geht dir durch den Kopf. Das ist der Teil, der Menschen am meisten überrascht, weil dabei Dinge auftauchen, die im Erzählen nie vorkamen.

4. Verändern. Je nach Anliegen mit einem anderen Werkzeug: den Blickwinkel wechseln, einen inneren Zustand mit einem Signal verknüpfen, eine Zeitlinie abgehen, mit zwei widerstreitenden inneren Anteilen arbeiten. Was ich wähle, hängt davon ab, was in Schritt 3 sichtbar geworden ist.

5. Prüfen. Am Ende gehen wir dieselbe Situation noch einmal durch. Wenn sich nichts verändert hat, sage ich das – und wir machen etwas anderes, statt die Übung schönzureden.

6. Übertragen. Was du mitnimmst, ist im besten Fall keine Erkenntnis, sondern ein Ablauf, den du selbst wiederholen kannst.

Was ich aus dem Werkzeugkasten nutze – und was nicht

NLP hat über die Jahre eine große Zahl von Formaten hervorgebracht. Ich benutze eine überschaubare Auswahl davon, weil ich lieber wenige Dinge gut kann.

Regelmäßig im Einsatz: die Arbeit an sauber formulierten Zielen, das genaue Nachfragen bei verallgemeinernder Sprache, der Wechsel der Wahrnehmungsposition, das Verknüpfen eines hilfreichen Zustands mit einem Signal, die Arbeit mit dem eigenen Zeitempfinden und die Arbeit mit widerstreitenden inneren Anteilen.

Nicht im Einsatz: alles, was auf Beeinflussung ohne Wissen des Gegenübers zielt. Das gibt es in der NLP-Szene, es wird auf Verkaufsseminaren verkauft, und es ist der Grund für einen erheblichen Teil des schlechten Rufs. Ich arbeite mit dir, nicht an dir.

Warum ich Augenbewegungen nicht deute

Das bekannteste NLP-Bild ist die Vorstellung, man könne an der Blickrichtung erkennen, ob jemand sich erinnert, sich etwas ausdenkt oder lügt. Es ist auch das am gründlichsten widerlegte. Mehrere Untersuchungen haben es geprüft, und es hat sich nicht bestätigt – weder die Zuordnung von Blickrichtungen zu Sinneskanälen noch die Idee, man könne daran Lügen erkennen.

Ich sage das offen, weil es zwei Dinge zeigt. Erstens: NLP enthält Anteile, die schlicht falsch sind, und man sollte sie benennen statt sie mitzuschleppen. Zweitens: Was ein Mensch in einer bestimmten Situation wahrnimmt, erfährt man am zuverlässigsten, indem man ihn fragt.

Was sich verändern kann

Was Menschen mir nach NLP-Arbeit am häufigsten zurückmelden, ist eine Verschiebung im Abstand. Eine Situation, in der sie vorher mitten drin waren, lässt sich plötzlich auch von außen ansehen. Der alte Reflex kommt noch, aber es gibt einen Moment dazwischen, in dem eine Entscheidung möglich ist.

Zweitens berichten viele von Klarheit über das eigene Ziel – und nicht selten davon, dass sich das Ziel im Laufe der Arbeit verändert hat. Wer genau hinschaut, stellt manchmal fest, dass er etwas anderes will, als er dachte. Das ist ein Ergebnis, kein Umweg.

Was ich dir nicht verspreche

Ich verspreche dir keine Wirkung, und bei NLP ist die Studienlage besonders unbequem. Eine systematische Übersichtsarbeit im British Journal of General Practice fasste 2012 zehn Studien zusammen und kam zu dem Schluss, dass es wenig Belege dafür gibt, dass NLP gesundheitsbezogene Ergebnisse verbessert. Die Autoren wiesen zugleich darauf hin, dass dies vor allem die geringe Menge und Qualität der vorhandenen Forschung widerspiegelt – nicht einen Nachweis, dass nichts passiert. Beides gehört dazu, und beides sage ich dir.

Ich verspreche dir auch keine Anzahl von Sitzungen und arbeite nicht mit Paketen. NLP ist bei mir ohnehin selten ein eigener Termin, sondern das Handwerk, mit dem ich innerhalb eines Gesprächs arbeite.

Und ich verspreche dir nicht, dass die Wirkung bleibt. Manches setzt sich nach einer Übung fest, anderes verpufft nach zwei Wochen. Was verpufft, sage ich dir – und dann suchen wir einen anderen Weg, statt dieselbe Übung ein drittes Mal zu machen.

Meine Erfahrung damit

NLP war meine erste strukturierte Coaching-Ausbildung, und es ist bis heute die Grundlage, auf der alles andere aufsitzt. Zielarbeit, Zuhören, das genaue Nachfragen – das kommt bei mir alles von dort, auch in Sitzungen, in denen ich mit ganz anderen Methoden arbeite.

Meinen NLP-Practitioner und den NLP-Master habe ich bei Landsiedel NLP Training in Kitzingen absolviert. Beide Ausbildungen umfassen jeweils zwanzig Präsenztage.

Was mich an NLP überzeugt hat, war nicht der Anspruch, sondern das Handwerk: dass man ein Ziel so lange bearbeitet, bis es überprüfbar ist. Was mich lange gestört hat, ist der Rest – der Ton mancher Seminare, die großen Versprechen, die Techniken, die zum Überreden taugen. Ich habe beides mitbekommen und mich entschieden, den einen Teil zu behalten.

Meine Qualifikationen findest du gesammelt unter Ausbildungen.

Was gut zusammenpasst

Häufige Fragen

Was ist NLP genau?

NLP steht für Neuro-Linguistisches Programmieren. Es ist keine Theorie, sondern eine Sammlung von Gesprächs- und Übungsformaten, die daraus entstanden sind, dass zwei Amerikaner in den 1970er-Jahren beobachtet haben, was besonders wirksame Therapeuten konkret tun. Es geht dabei um drei Dinge: wie du wahrnimmst, wie du darüber sprichst und welche Abläufe sich daraus in dir wiederholen.

Wie läuft eine Sitzung bei dir ab?

Wir klären zuerst dein Ziel, bis es an einer konkreten Situation festgemacht ist. Dann gehen wir diese Situation durch – nicht als Erzählung, sondern als Wahrnehmung. Danach arbeiten wir mit dem Format, das dazu passt, und am Ende prüfen wir, ob sich etwas verändert hat. NLP ist bei mir meist Teil eines Gesprächs, nicht ein eigenes Ritual.

Wie viele Termine brauche ich?

Manche Anliegen sind mit einer gut gemachten Übung erledigt, andere brauchen mehrere Anläufe. Ich lege dich auf keine Zahl fest und arbeite nicht mit Paketen. Nach jedem Termin entscheiden wir gemeinsam, ob und wie es weitergeht.

Für wen ist NLP nicht geeignet?

Für dich, wenn du eine wissenschaftlich belegte Methode suchst – die ist NLP nicht, und ich sage dir das lieber vorher. Für dich, wenn du erwartest, dass ich etwas an dir mache, während du zuschaust; NLP funktioniert nur mit deiner aktiven Beteiligung. Und nicht bei allem, was ärztlich oder psychotherapeutisch abgeklärt gehört: Wenn du eine akute Erkrankung hast oder in Behandlung bist, sprich mich vorher an.

Ist NLP nicht Manipulation?

Die Frage ist berechtigt, und die ehrliche Antwort lautet: Ein Teil dessen, was unter NLP verkauft wird, ist genau das. Es gibt Seminare, in denen man lernt, wie man andere zu Entscheidungen bewegt, ohne dass sie es merken. Diese Werkzeuge existieren, und sie sind ein Grund für den Ruf der Methode. Im Coaching entscheidet der Rahmen darüber, was daraus wird: Du sagst, woran du arbeiten willst, du weißt in jedem Schritt, was wir gerade tun, und du kannst jederzeit abbrechen. Wenn ich dir eine Übung vorschlage, erkläre ich vorher, wozu sie dient.

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