Emotionscoaching in Kempten (Allgäu)
Wenn die Reaktion größer ist als der Anlass – und du selbst am wenigsten verstehst, warum.
Emotionscoaching ist ein kurzer, klar gegliederter Prozess für eine einzelne festsitzende Gefühlsreaktion: Wir suchen die Situation, in der sie auftritt, benennen das Gefühl genau und arbeiten dann damit. Der Ansatz, mit dem ich arbeite, geht auf die von Dirk W. Eilert 2018 in Berlin entwickelte Methode emTrace® zurück; ich bin dafür nicht zertifiziert und biete kein emTrace®-Coaching an. In Kempten (Allgäu) setze ich ihn für abgegrenzte Themen ein, nicht als Begleitung über Monate.
Wann das passt
Es gibt Reaktionen, die nicht zum Anlass passen. Eine harmlose Bemerkung, und du bist stundenlang wütend. Eine Mail im Postfach, und dir wird eng, bevor du sie geöffnet hast. Ein Tonfall, den jemand anschlägt, und du bist sofort wieder zwölf. Du weißt, dass das unverhältnismäßig ist. Es passiert trotzdem.
Zu mir kommen Menschen mit genau solchen Momenten – wiederkehrend, benennbar, an eine erkennbare Situation gebunden. Das ist die Voraussetzung dafür, dass diese Arbeit greift: Wir brauchen eine konkrete Szene, nicht ein Lebensgefühl.
Andere kommen mit einem Muster in einer Beziehung. Immer derselbe Punkt, immer dieselbe Reaktion, immer dasselbe Ende. Beide Seiten wissen, was gleich passiert, und es passiert trotzdem.
Wieder andere merken, dass ein Gefühl sie an einer Entscheidung hindert, die sie längst getroffen haben. Der Kopf ist fertig, der Rest nicht.
Und manche wollen einfach ein einzelnes Thema loswerden, ohne einen längeren Prozess zu beginnen. Auch dafür ist das der passende Zugang – diese Arbeit ist auf wenige Termine angelegt.
Wofür Emotionscoaching bei mir nicht da ist: für Erkrankungen, für alles mit Krankheitswert und für alles, was mit einer Diagnose zu tun hat. Ich bin Coach, kein Arzt, Heilpraktiker oder Psychotherapeut. Diese Abgrenzung ist mir bei dieser Methode wichtiger als bei jeder anderen, weil sie dicht an Themen heranführt, die dorthin gehören – und weil eine kurze Methode besonders verführerisch wirkt, wenn jemand schnell etwas loswerden will.
So arbeite ich damit
Emotionscoaching ist der kürzeste Prozess, den ich anbiete. Er hat einen klaren Anfang und ein klares Ende.
1. Die Situation, nicht die Geschichte. Wir suchen nicht nach der Ursache in deiner Kindheit, sondern nach einem Moment: Wann ist es zuletzt passiert? Wo warst du, wer war dabei, was war der Auslöser? Je genauer diese Szene, desto besser funktioniert alles Weitere.
2. Das Gefühl genau benennen. Ärger ist nicht Wut, Wut ist nicht Empörung, Empörung ist nicht Scham. Das klingt nach Wortklauberei und ist der Punkt, an dem die meisten Sitzungen kippen – im Guten wie im Schlechten. Ich frage hier so lange nach, bis es sitzt.
3. Wo und wie stark. Du sagst mir, wo im Körper das Gefühl sitzt und wie stark es gerade ist. Diese Zahl notieren wir. Sie ist kein Messwert, sondern ein Vergleichspunkt für später.
4. Ressourcen dazuholen. Bevor wir am Unangenehmen arbeiten, holen wir etwas Tragfähiges dazu – eine Erinnerung, eine Haltung, ein Bild, das dir Boden gibt. Ohne diesen Schritt bleibt der Rest anstrengend und wirkt schlechter.
5. Der Prozessteil. Hier arbeite ich mit beidseitiger Reizgabe: geführte Augenbewegungen, abwechselndes Klopfen, manchmal beides. Du bist dabei wach und ansprechbar, wir reden zwischendurch. Es sieht unspektakulär aus.
6. Prüfen und übertragen. Wir gehen dieselbe Szene noch einmal durch und vergleichen mit deiner Zahl von vorhin. Wenn sich nichts bewegt hat, sage ich das. Wenn sich etwas bewegt hat, schauen wir, was das für die nächste reale Situation bedeutet.
Warum ich dir nicht ansehe, was du fühlst
Die Schule, aus der diese Methode kommt, arbeitet stark mit dem Lesen von Gesichtern – mit der Idee, dass man an kurzen Bewegungen im Gesicht erkennt, welches Gefühl gerade da ist. Ich nutze das als Aufmerksamkeitsschulung, nicht als Diagnose. Und ich sage dir warum.
Eine große Übersichtsarbeit, 2019 im Fachjournal der amerikanischen psychologischen Gesellschaft erschienen, hat den Forschungsstand dazu zusammengetragen. Ergebnis: Gesichtsbewegungen, von denen man annimmt, dass sie ein bestimmtes Gefühl anzeigen, tun das nicht zuverlässig – unabhängig von Kontext, Person und Kultur. Wer dir sagt, er sehe dir an, was du fühlst, überschätzt sich.
Was bleibt, ist trotzdem nützlich: genauer hinzusehen und nachzufragen, wenn etwas nicht zusammenpasst. Aber die Antwort kommt von dir, nicht von mir.
Warum diese Arbeit kurz ist – und wo sie aufhört
Emotionscoaching ist auf drei bis fünf Termine angelegt, oft weniger. Das ist keine Bescheidenheit, sondern die Bauart der Methode: Sie ist für ein abgegrenztes Thema gemacht, nicht für eine Lebensphase. Wenn nach zwei Sitzungen klar wird, dass es um mehr geht, sage ich das und wir wechseln den Zugang – oder ich sage dir, dass es nicht in ein Coaching gehört.
Genau diese Grenze ist bei dieser Methode besonders wichtig. Die Themen, für die sie gemacht wurde, liegen dicht neben Themen, die ärztlich oder psychotherapeutisch abgeklärt gehören. Ich arbeite an dieser Grenze bewusst vorsichtig, auch wenn das manchmal heißt, ein Anliegen abzulehnen.
Was sich verändern kann
Was Menschen mir am häufigsten berichten, ist ein Abstand, der vorher nicht da war. Die Situation kommt wieder, das Gefühl auch – aber es füllt nicht mehr den ganzen Raum. Zwischen Auslöser und Reaktion liegt ein Moment, und in diesem Moment ist eine Entscheidung möglich.
Das zweite ist eine Genauigkeit, die bleibt. Wer einmal gemerkt hat, dass sein „Stress“ eigentlich Scham war, erkennt das beim nächsten Mal selbst. Das ist oft wertvoller als die Sitzung.
Was ich dir nicht verspreche
Ich verspreche dir keine Wirkung. Zu emTrace® als Gesamtverfahren gibt es keine unabhängigen Studien; die Methode ist 2018 entstanden und beruft sich auf Forschung zu einzelnen Bestandteilen, nicht auf eigene. Für Verfahren mit beidseitiger Reizgabe gibt es gute Belege – aber aus der Psychotherapie, bei klar umrissenen Störungsbildern, in einem Behandlungssetting. Diesen Beleg für ein Coaching zu reklamieren, wäre unredlich, und ich tue es nicht.
Ich verspreche dir auch nicht, dass ein Gefühl verschwindet. Gefühle sind keine Störung, die man abschaltet. Was sich verändern kann, ist ihre Wucht und ihr Zeitpunkt – nicht ihre Existenz.
Und ich verspreche dir keine feste Zahl von Sitzungen, auch wenn die Methode kurz angelegt ist. Wenn sich nach zwei Terminen nichts bewegt, sage ich dir das, statt einen dritten anzuhängen.
Meine Erfahrung damit
Emotionscoaching ist der jüngste Zugang in meiner Arbeit und der, bei dem ich am meisten auf Disziplin achte. Die Methode ist so klar gebaut, dass sie verführt, sie überall einzusetzen. Genau das tut ihr nicht gut.
Ich habe sie über meine Ausbildung bei Denys Scharnweber kennengelernt, in der Elemente dieser Methode enthalten waren. Eine Zertifizierung der Eilert-Akademie habe ich nicht, und ich trete auch nicht als emTrace®-Coach auf.
Was mich überzeugt hat, ist die Sorgfalt beim Benennen. In den meisten Gesprächen bleibt ein Gefühl ungenau, und ungenaue Gefühle lassen sich nicht bearbeiten. Diese Methode zwingt beide Seiten dazu, an dieser Stelle langsam zu werden – und das allein verändert schon etwas, noch bevor irgendeine Technik zum Einsatz kommt. Aus zwanzig Jahren als Unternehmer kenne ich außerdem die andere Richtung: wie teuer es wird, wenn man eine Reaktion für eine Sachlage hält.
Meine Qualifikationen findest du gesammelt unter Ausbildungen.
Was gut zusammenpasst
Häufige Fragen
Was ist Emotionscoaching genau?
Emotionscoaching ist ein kurzer, klar gegliederter Prozess für eine einzelne, wiederkehrende Gefühlsreaktion. Wir suchen die konkrete Situation, in der sie auftritt, benennen das Gefühl so genau wie möglich, halten fest, wo und wie stark es sitzt, und arbeiten dann mit beidseitiger Reizgabe daran. Der Ansatz geht auf die Methode emTrace® der Berliner Eilert-Akademie zurück. Ich bin dafür nicht zertifiziert und biete kein emTrace®-Coaching an.
Wie läuft eine Sitzung bei dir ab?
Wir suchen zuerst eine konkrete Szene, kein allgemeines Thema. Dann benennen wir das Gefühl genau und halten fest, wo im Körper es sitzt und wie stark es ist. Danach holen wir etwas Tragfähiges dazu und arbeiten mit geführten Augenbewegungen oder abwechselndem Klopfen. Am Ende gehen wir dieselbe Szene noch einmal durch und vergleichen. Du bist die ganze Zeit wach und ansprechbar.
Wie viele Termine brauche ich?
Diese Methode ist auf wenige Termine angelegt – oft drei bis fünf, manchmal weniger. Wenn nach zwei Sitzungen nichts in Bewegung kommt, sage ich dir das und wir wechseln den Zugang. Ich arbeite nicht mit Paketen.
Für wen ist Emotionscoaching nicht geeignet?
Für dich, wenn dein Anliegen kein abgegrenztes ist, sondern eine ganze Lebensphase – dann passt ein anderer Zugang besser. Und ausdrücklich nicht bei allem, was Krankheitswert hat oder wofür es eine Diagnose gibt – das gehört in ärztliche oder psychotherapeutische Hände, und ich sage dir das im ersten Gespräch statt in der dritten Sitzung. Wenn du eine akute Erkrankung hast oder in Behandlung bist, sprich mich vorher an.
Kannst du mir ansehen, wie es mir geht?
Nein, und ich behaupte es auch nicht. Die Vorstellung, man könne Gefühle zuverlässig aus dem Gesicht ablesen, hält der Forschung nicht stand – eine große Übersichtsarbeit von 2019 kommt zu dem Ergebnis, dass Gesichtsbewegungen kein verlässlicher Anzeiger für bestimmte Gefühle sind. Was ich kann, ist genau hinsehen und nachfragen, wenn etwas nicht zusammenpasst: wenn deine Worte und dein Tonfall auseinandergehen, wenn du bei einem bestimmten Namen den Satz abbrichst. Die Antwort kommt dann von dir.
Deine Sternstunde
90 Minuten, in denen wir eine erste Herausforderung bearbeiten. Davor führen wir ein kostenloses, unverbindliches Gespräch.
Dein Weg, dein Tempo, deine Entscheidung.
✦ Lass uns kennenlernenVerstehen allein verändert nichts. Ich gehe mit dir an den Ursprung – und in die Umsetzung.
emTrace® ist eine eingetragene Marke der Eilert-Akademie, Berlin. Ich bin nicht als emTrace®-Coach zertifiziert und stehe in keiner geschäftlichen Verbindung zur Eilert-Akademie.
