Daishin-Zen in Kempten (Allgäu)

Stille, Leere – und dein eigener Weg. Ohne Ordensregeln, ohne Bekenntnis.

Daishin-Zen ist eine europäische Linie des japanischen Rinzai-Zen. Zen-Meister Hinnerk Polenski gründete sie gemeinsam mit seinem Lehrer Reiko Mukai mit dem Ziel, einen europäischen Zen-Weg zu entwickeln. Ihr Zentrum ist das Zen-Kloster Buchenberg, rund acht Kilometer von Kempten entfernt. In meiner Arbeit nutze ich die Stille dieser Praxis – als Coach, nicht als Lehrer einer Schule.

Wann das passt

Die meisten Methoden auf dieser Website tun etwas mit dir. Diese hier tut nichts. Genau das ist der Punkt, und genau deshalb ist sie für manche Menschen der Zugang, der als Einziger funktioniert.

  • Dein Kopf hört nicht auf. Auch nicht abends, auch nicht im Urlaub.
  • Du hast eine Menge über dich verstanden und merkst, dass weiteres Verstehen nichts mehr bringt.
  • Eine Entscheidung steht an, die du nicht aus dem Denken heraus treffen kannst.
  • Du brauchst Kraft, keine weitere Erkenntnis.
  • Du hast schon einiges ausprobiert und suchst etwas, das ohne Technik, ohne Übung und ohne Ziel auskommt.
  • Du willst etwas, das du selbst weiterführen kannst, ohne dafür Termine bei mir zu brauchen.

Der letzte Punkt ist mir wichtig. Zen ist die einzige Methode in meinem Werkzeugkasten, die dich vollständig unabhängig von mir macht. Wenn du sie einmal begriffen hast, brauchst du niemanden mehr dafür.

Wofür Zen bei mir nicht da ist

Ich unterrichte keine Zen-Schule und nehme dich in keine Linie auf. Ich gebe keine Unterweisungen, keine Initiationen und keine Namen. Wenn du den formalen Weg gehen willst, gibt es dafür das Kloster in Buchenberg und die Lehrer dort – dafür bin ich der Falsche und sage dir das auch.

So arbeite ich damit

Das Sitzen

Aufrechter Sitz, auf einem Kissen oder einem Stuhl. Hände im Schoß. Die Augen bleiben halb geöffnet und ruhen ohne Fokus auf einem Punkt vor dir – anders als bei den meisten Entspannungsformen. Der Atem geht, wie er geht.

Was zu tun ist: nichts. Und das ist die schwerste Anweisung, die es gibt. Du wirst denken, planen, dich erinnern, dich ärgern, dass du denkst. Das ist kein Fehler. Der Punkt ist nicht, keine Gedanken zu haben, sondern ihnen nicht hinterherzulaufen.

In einer Sitzung bei mir sitzen wir zehn bis zwanzig Minuten, manchmal auch nur fünf. Danach reden wir darüber, wie es war – nicht ob es gut war.

Was Leere nicht heißt

Das Wort Leere schreckt viele ab, weil es nach Verlust klingt. Nach nichts, nach Kälte, nach Auslöschung. Gemeint ist das Gegenteil: ein Raum, in dem etwas Platz hat.

Am ehesten trifft es dieser Vergleich: Ein Zimmer wird nicht durch seine Wände nutzbar, sondern durch den leeren Raum dazwischen. Wer alles vollstellt, hat kein Zimmer mehr, sondern ein Lager. Bei den meisten Menschen sieht der Kopf aus wie ein Lager.

Leere heißt hier: Für einen Moment steht nichts drin. Und in diesem Moment zeigt sich manchmal etwas, das vorher unter dem ganzen Zeug lag.

Die Arbeit mit Gefühlen

Im Zen bleibt es nicht beim Sitzen. Es gibt eine sehr alte Übung, die unheilsame Gefühle nicht bekämpft, sondern wandelt. Das ist ein entscheidender Unterschied.

Der westliche Reflex bei Wut ist: wegmachen. Runterschlucken, wegatmen, vernünftig werden. Die Übung geht anders vor. Sie nimmt das Gefühl ernst, hält es aus – und zeigt, dass in jedem unheilsamen Gefühl eine Kraft steckt, die dieselbe Energie in eine andere Richtung bringt.

  • Aus Gier wird die Fähigkeit, Fülle wahrzunehmen, statt immer das Fehlende zu sehen.
  • Aus Aggression wird Gelassenheit – nicht Zahmheit, sondern die Ruhe von jemandem, der zuschlagen könnte und es nicht muss.
  • Aus Verblendung wird Klarheit über das, was tatsächlich vorliegt.
  • Aus Ruhelosigkeit wird das Gefühl, vollständig zu sein und nicht mehr suchen zu müssen.
  • Aus Angst wird Mut. Nicht Angstfreiheit – Mut gibt es nur, wo Angst ist.

Diese Übung ist der Teil, den ich am häufigsten einsetze, und der Teil, der bei mir persönlich am meisten verändert hat. Sie ist Jahrhunderte alt und verlangt trotzdem keine Vorkenntnisse. Man kann sie in zehn Minuten lernen und ein Leben lang üben.

Dein Weg, nicht der Weg

Zen wird oft als strenges Regelwerk dargestellt: Sitzhaltung, Ablauf, Hierarchie, Rituale. Das gibt es, und im klösterlichen Rahmen hat es seinen Sinn – die Form trägt, wenn sonst nichts trägt.

Für mich persönlich ist Zen das Gegenteil von gebunden. Es geht darum, den eigenen Weg zu finden, die eigene Kraft zu entdecken und mit einer Jahrtausende alten Erfahrung etwas anzufangen, das zu deinem Leben passt. Nicht darum, jemandes Schüler zu werden.

Praktisch heißt das bei mir: Du bekommst keine Regeln, die du einhalten sollst. Du bekommst eine Übung, ausprobierst sie und behältst, was trägt. Wenn du lieber auf einem Stuhl sitzt als auf einem Kissen, sitzt du auf einem Stuhl. Wenn dir fünf Minuten reichen, sind es fünf Minuten.

Das Kloster vor der Haustür

Acht Kilometer von Kempten liegt in Buchenberg das Zen-Kloster der Daishin-Zen-Linie – der Sitz von Zen-Meister Hinnerk Polenski. Dort finden Sesshins, Seminare und stille Retreats statt.

Ich gehöre nicht zum Kloster und spreche nicht für es. Aber wenn du merkst, dass dich das ernsthaft interessiert, schicke ich dich dorthin. Es ist ungewöhnlich, so einen Ort in dieser Qualität vor der Haustür zu haben, und wäre albern, das zu verschweigen, nur weil es nicht mein Angebot ist.

Was sich verändern kann

Zen verändert nichts schnell. Es verändert langsam und dafür an einer Stelle, an die andere Methoden nicht kommen.

  • Der Abstand zwischen einem Reiz und deiner Reaktion wird größer.
  • Du merkst früher, wenn dich etwas packt – manchmal früh genug, um nicht mitzugehen.
  • Es gibt Momente, in denen der Kopf tatsächlich still ist. Selten am Anfang, häufiger mit der Zeit.
  • Ein Gefühl, das dich jahrelang gesteuert hat, verliert seine Selbstverständlichkeit.
  • Du brauchst weniger. Das ist unspektakulär und verändert erstaunlich viel.

Was ich dir nicht verspreche

Keine Erleuchtung, keinen Zustand, keine Ruhe auf Knopfdruck. Wer regelmäßig sitzt, erlebt zuerst meist das Gegenteil: Es wird unruhiger, weil auffällt, wie laut es die ganze Zeit war.

Und ein Hinweis, den die meisten Anbieter weglassen: Meditation ist nicht für jeden unbedenklich. Bei psychischen Vorerkrankungen, in akuten Krisen oder nach schweren Belastungen kann längeres stilles Sitzen destabilisieren statt beruhigen. Wenn das auf dich zutrifft, sprich vorher mit deiner Behandlerin oder deinem Behandler – und mit mir.

Zen ist außerdem keine Heilbehandlung und ersetzt keine Therapie. Es ist eine Übung. Ihr Wert zeigt sich über Monate, nicht in einer Sitzung.

Meine Erfahrung damit

Ich war mehrfach im Zen-Kloster Buchenberg.

Ich bin kein Zen-Lehrer und werde auch keiner. Ich bin Übender, und ich sitze aus demselben Grund wie alle anderen: weil es sonst zu laut wird. Aus 20 Jahren als Unternehmer kenne ich den Zustand, in dem man nur noch funktioniert und sich selbst monatelang nicht begegnet. Das Sitzen hat daran mehr geändert als jedes Seminar.

Was mich am Zen überzeugt hat, ist seine Sparsamkeit. Kein Material, keine Technik, keine Deutung. Du sitzt, und nach einer Weile weißt du Dinge, die du vorher nur gedacht hast.

Was gut zusammenpasst

Zen ist die stillste Methode, mit der ich arbeite. Was sich dabei zeigt, braucht manchmal einen anderen Zugang.

Häufige Fragen

Was ist Daishin-Zen genau?

Eine europäische Linie des japanischen Rinzai-Zen, gegründet von Zen-Meister Hinnerk Polenski gemeinsam mit seinem Lehrer Reiko Mukai. Ihr erklärtes Ziel ist ein Zen-Weg, der zu westlichen Lebensverhältnissen passt. Zentrum der Linie ist das Zen-Kloster Buchenberg bei Kempten. Zum Daishin-Zen gehören neben der Sitzmeditation auch die Arbeit mit Gefühlen und Formate für Führungsverantwortung.

Muss ich Buddhist sein oder werden?

Nein. Zen verlangt kein Bekenntnis und keine Weltanschauung. Du musst an nichts glauben, nichts unterschreiben und niemandem beitreten. Für mich persönlich ist Zen gerade deshalb frei: Es geht um deinen eigenen Weg, nicht um Zugehörigkeit. Wenn dir religiöse Formen unangenehm sind, lassen wir sie weg – der Kern bleibt derselbe.

Wie läuft eine Sitzung bei dir ab?

Wir sprechen kurz darüber, was dich gerade beschäftigt, dann sitzen wir gemeinsam zehn bis zwanzig Minuten in Stille. Danach besprechen wir, was aufgetaucht ist, und ich zeige dir eine Übung für zu Hause. Zen ist bei mir meist Teil einer Sitzung, nicht der ganze Termin.

Wie viele Termine brauche ich?

Sehr wenige. Nach zwei bis drei Terminen kannst du allein weiterüben – und genau das ist das Ziel. Zen ist die einzige Methode bei mir, bei der ich aktiv darauf hinarbeite, dass du nicht wiederkommen musst.

Für wen ist Zen nicht geeignet?

Bei akuten psychischen Krisen, in laufender psychotherapeutischer Behandlung oder nach schweren Belastungen kann längeres stilles Sitzen mehr aufwühlen als beruhigen. Sprich in dem Fall vorher mit deiner Behandlerin oder deinem Behandler. Ungeeignet ist Zen außerdem, wenn du ein schnelles Ergebnis erwartest – es ist eine Übung über Monate, kein Werkzeug für eine Sitzung.

Deine Sternstunde

90 Minuten, in denen wir eine erste Herausforderung bearbeiten. Davor führen wir ein kostenloses, unverbindliches Gespräch.

Dein Weg, dein Tempo, deine Entscheidung.

Lass uns kennenlernen

Verstehen allein verändert nichts. Ich gehe mit dir an den Ursprung – und in die Umsetzung.