Woran du einen seriösen Aufstellungsleiter erkennst
Wenn du dich mit Familienaufstellung beschäftigst, stößt du schnell auf zwei sehr unterschiedliche Erzählungen. Die eine berichtet von tiefen Veränderungen. Die andere warnt vor einer Methode, die Menschen überfordert oder beschämt. Beide haben ihre Berechtigung – und genau deshalb ist die Frage, wem du dich anvertraust, so entscheidend. In diesem Beitrag sage ich dir offen, worauf du achten solltest, und ich lege meine eigenen Karten auf den Tisch.
Der Titel ist nicht geschützt
Das Erste, was du wissen solltest: Die Bezeichnung Aufstellungsleiter ist in Deutschland nicht geschützt. Genauso wenig wie die Bezeichnung Coach. Das bedeutet, dass sich jeder Mensch so nennen darf – unabhängig davon, ob er eine Ausbildung gemacht hat oder nicht.
Für dich heißt das: Frag nach. Frag konkret nach der Ausbildung, nach dem Institut, nach der Dauer, nach der Erfahrung. Wer seriös arbeitet, beantwortet diese Fragen gerne und ohne Umschweife. Wenn jemand ausweicht, ist das eine Antwort für sich. Worauf du bei der Wahl darüber hinaus achten kannst, liest du im Beitrag Wie du einen guten Coach erkennst.
Meine Qualifikation, konkret benannt
Damit du nicht raten musst, hier meine Karten. Ich bin Systemischer Berater und Aufstellungsleiter, zertifiziert von der European Business Ecademy in Goslar, einem AZAV-zertifizierten und staatlich anerkannten Bildungsträger. Die Ausbildung umfasste zwölf Unterrichtstage und wurde von Prof. Dr. Christian Hanisch geleitet, der zugleich Präsident des Verbands für Coaching und Training im Gesundheitswesen ist. Das Zertifikat trägt das Datum 30. August 2025.
Was ich ausdrücklich nicht bin: zertifiziert nach dem Standard der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen. Deren Weiterbildung dauert zwei Jahre und setzt einen therapeutischen Grundberuf voraus. Ich nenne dir das, weil du es wissen sollst – nicht, weil ich meine Arbeit dadurch für weniger wertvoll halte. In sie fließen über zwanzig Jahre Persönlichkeitsentwicklung und mehr als eintausend Coachingstunden ein. Aber du sollst selbst einordnen können, womit du es zu tun hast.
Warum ich keiner einzelnen Schule folge
Der bekannteste Name in diesem Feld ist Bert Hellinger. An seiner Arbeit gab es erhebliche fachliche Kritik: zu bestimmend im Umgang mit Klienten, zu wenig auf Augenhöhe, mit festen Regeln, die nicht hinterfragt werden durften. Die moderne systemische Aufstellungsarbeit hat sich davon deutlich entfernt und stellt heute die individuelle Situation des Menschen in den Mittelpunkt statt allgemeingültiger Wahrheiten.
Mein Ausbilder hat dazu eine Haltung vertreten, die ich vollständig unterstütze: Nicht ein einzelnes Aufstellungssystem ist die Methode für den Kunden. Alle erarbeiteten und gelehrten Methoden haben ihre Daseinsberechtigung, und jede darf in einer ganz bestimmten Situation Anwendung finden.
Genau so arbeite ich – im Einzelsetting, mit Figuren und Bodenankern, verbunden mit energetischer Arbeit. Wie das konkret abläuft, beschreibe ich hier: Familienaufstellung in Kempten: Wie ich im Einzelsetting arbeite.
Ein breiter Blumenstrauß an Methoden ist mir wichtig, weil er nicht einen einzigen Weg vorgibt, sondern mehrere Möglichkeiten anbietet. Was bei dem einen Menschen die Lösung bringt, führt beim nächsten ins Leere. Wer nur ein Werkzeug hat, wird jedes Thema behandeln, als wäre es ein Nagel.
Keine Heilsversprechen
Ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal: Seriöse Anbieter geben keine Garantien. Wenn dir jemand verspricht, dass sich dein Familienthema in einer Sitzung auflöst, dass Krankheiten verschwinden oder dass danach alles gut wird, dann sei vorsichtig.
Ich kann dir sagen, was ich erlebe. Ich kann dir sagen, wie ich arbeite. Ich kann dir nicht versprechen, was bei dir geschieht – weil ich es nicht weiß. Manche Menschen erleben in einer Sitzung eine Veränderung, die sie noch lange trägt. Bei anderen braucht es Zeit, und das Eigentliche zeigt sich erst Wochen später. Beides ist in Ordnung. Was ich dir zusagen kann, ist ein Raum, in dem du sicher bist, und meine volle Aufmerksamkeit.
Wann Aufstellungsarbeit nicht das Richtige ist
Aufstellungsarbeit ist emotional intensiv. Sie berührt Themen, die tief sitzen. Deshalb ist sie nicht für jede Situation geeignet.
Bei akuten psychischen Krisen, bei Psychosen oder bei schweren Traumafolgestörungen ist sie nicht das passende Format. Dort braucht es ärztliche oder psychotherapeutische Begleitung. Ein Aufstellungsleiter muss erkennen können, wann jemand überfordert ist, und den Prozess sicher steuern – und er muss wissen, wann er abgeben muss.
Meine Grenze in der Begleitung von Menschen liegt genau dort, wo ein Mensch in medizinische oder psychiatrische Hände gegeben werden darf. Wenn ich das im Gespräch bemerke, sage ich es dir ehrlich und sage ab. Das ist mir wichtiger als eine gebuchte Sitzung.
Was du vor der ersten Sitzung tun kannst
Nimm dir die Freiheit, zu prüfen. Führe ein Vorgespräch, bevor du dich festlegst. Achte darauf, ob dir zugehört wird oder ob dir jemand erklärt, was dein Problem ist. Achte darauf, wie über Grenzen gesprochen wird. Und achte auf dein eigenes Gefühl: Fühlst du dich sicher bei diesem Menschen?
Bei mir kostet dieses erste Gespräch nichts und verpflichtet dich zu nichts. Ich halte das für selbstverständlich. Du sollst spüren können, ob die Passung stimmt, bevor du dich einem intimen Thema öffnest.
Lass uns darüber sprechen
Wenn dein Anliegen die Beziehung zu deinen Eltern betrifft, findest du dazu einen eigenen Beitrag: Wenn die Beziehung zu Mutter oder Vater alles überschattet.
Wenn du überlegst, ob Aufstellungsarbeit für dich das Richtige ist, dann lade ich dich herzlich zu einem kostenlosen, unverbindlichen Kennenlerngespräch nach Kempten (Allgäu) oder online ein. Stell mir dort alle Fragen, die du hast – auch die kritischen. Danach entscheidest du in Ruhe.
Ich freue mich zutiefst auf unsere Begegnung. Dein Andreas.
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