Meine Welt, deine Welt: Warum ihr euch so oft missversteht
Kennst du das? Du sagst etwas ganz klar – und bei deinem Gegenüber kommt etwas völlig anderes an. Das liegt nicht daran, dass einer von euch beiden nicht richtig zugehört hat. Es liegt daran, dass ihr euch in zwei unterschiedlichen Welten bewegt, die sich nie ganz gleichen.
Warum deine Welt nie die Welt des anderen ist
Jede Sekunde prasseln Millionen Bits an Informationen auf dich ein. Dein Körper und dein Geist können davon aber nur einen winzigen Bruchteil bewusst verarbeiten – Schätzungen dazu reichen von wenigen Dutzend bis zu einigen hundert Bits pro Sekunde. Was du davon tatsächlich wahrnimmst, hängt von deinen ganz persönlichen Filtern ab: deinem Background, deiner Erziehung, dem, was du gelernt hast, und den Erfahrungen, die du in deiner Vergangenheit gemacht hast.
Ein anderer Mensch hat andere Erfahrungen gemacht, andere Muster und Strukturen aufgebaut – und filtert die Informationen dadurch völlig anders. Deshalb bewegen wir uns letztlich immer in einer subjektiven Welt. Wir sprechen zwar von objektiver Betrachtung, aber tatsächlich baust du dir deine eigene Realität – für Situationen, für Beziehungen, für alles, was dir begegnet. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer Mensch exakt dieselben Filter hat wie du, geht gegen null.
Wie wir Informationen filtern, verzerren und weglassen
Aus dieser riesigen Informationsflut entsteht ganz automatisch ein Filterprozess. Wir eliminieren Informationen, lassen also Dinge einfach weg, weil unser Verstand aus Millionen Bits nur einen kleinen Teil verarbeiten kann. Und wir verzerren Informationen: Wir stellen Dinge unbewusst ein bisschen anders dar, als sie eigentlich sind – geprägt von unseren Erfahrungen und Erwartungen. Beides passiert automatisch, ohne dass es dir bewusst ist. Genau das macht Kommunikation so anfällig für Missverständnisse.
Ein Beispiel, das du kennst
Stell dir vor, du gibst deinem Partner, einem Familienmitglied oder einem guten Freund kurz zwischen Tür und Angel eine Information mit: „Mach das bitte so und so.“ Du gehst davon aus, dass die Botschaft genau so ankommt, wie du sie gemeint hast. Und dann kommt etwas ganz anderes dabei heraus.
Wenn du einen aufmerksamen Menschen an deiner Seite hast, fragt er nach: „Erklär mir das noch mal, ich habe es nicht richtig verstanden. Ist es so gemeint?“ Das ist eine Frage der Kommunikation. Aber wie oft gehst du selbst davon aus, dass der andere dich aus deiner Welt heraus verstanden hat – und wie viel geht dabei verloren, weil beide Seiten Informationen weglassen und verzerren?
Meine Empfehlung: Bewusst in den Kontakt gehen
Damit Kommunikation wirklich gelingt, braucht es einen bewussten Rahmen. Das bedeutet für mich: Ich bin mir in einem Gespräch bewusst darüber, dass es deine Welt und meine Welt gibt, und ich gehe ganz bewusst in den Kontakt zwischen diesen beiden Welten hinein. Ich schaue mir die Filter meines Gegenübers an, statt automatisch davon auszugehen, dass er die Dinge genauso sieht wie ich.
Das kostet am Anfang etwas mehr Zeit – du kannst eine Aufgabe oder eine Botschaft nicht einfach schnell weggeben. Aber auf der anderen Seite sparst du dadurch enorm viel Zeit, weil sich Unklarheiten gar nicht erst aufbauen. Dieses Bewusstsein schenkt dir die Möglichkeit, wirklich auf den anderen einzugehen. Und wenn dir jemand etwas hinschmeißt, darfst du auch sagen: „Stopp, lass uns das kurz besprechen, damit ich wirklich verstehe, was du meinst.“ Es geht darum, den anderen mit all seinen Facetten, seiner Art und seinen Gedanken wahrzunehmen – nicht nur mit dem, was du aus deiner eigenen Welt heraus hineininterpretierst. Diese Ebene der Kommunikation ist eine unheimlich schöne, verständnisvolle und klare Ebene, die für mich sowohl ein tieferes Verständnis für mich selbst als auch für den anderen bedeutet.
Eine Einladung an dich
Beobachte in den nächsten Tagen bewusster, wie deine Informationen bei anderen Menschen ankommen. Achte auf ihre Filter, darauf, wie sie denken und wie sie ticken. Beobachte gleichzeitig auch dich selbst: Wie kommen Informationen von außen bei dir an? Was löst das in dir aus, wenn dir jemand etwas sagt? Statt schnell mit „Ja, mach ich“ zu antworten, darfst du innehalten und dich fragen: Habe ich wirklich verstanden, was der andere gerade braucht oder möchte?
Geh achtsamer und bewusster in deine Gespräche. Wenn es dir im ersten Moment schwerfällt, dich mitten im Gespräch selbst zu beobachten, dann nimm dir danach kurz Zeit für ein ehrliches Feedback an dich selbst: Wie habe ich mich in diesem Gespräch verhalten, wie hat der andere reagiert, und was nehme ich daraus mit? Diese Beobachtung von etwas außerhalb des Gesprächs – eine Art übergeordneter Blick auf euch beide – kann dir eine ganz neue, tiefere Ebene des Verständnisses eröffnen, für dich selbst und für die Menschen, die dir wichtig sind.
Wenn du tiefer gehen möchtest
Wenn du merkst, dass du in deinen Beziehungen öfter an diesen Punkt der Missverständnisse kommst und tiefer verstehen möchtest, warum das so ist, dann lass uns in einem kostenlosen Gespräch herausfinden, ob ich der richtige Coach für dich bin. Wie sich alte Muster lösen lassen, liest du auch im Artikel über emotionale Blockaden.
Ich freue mich zutiefst auf unsere Begegnung. Dein Andreas.
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