Dauerstress als Normalzustand: So lernt dein Gehirn, wieder herunterzufahren
Kennst du das Gefühl, im gedanklichen Hamsterrad zu sitzen? Der Kopf läuft auf voller Rechenleistung, die Aufgaben stapeln sich, und selbst wenn du endlich frei hättest, findest du nicht in die Ruhe. Dauerstress ist heute für viele Menschen zum Normalzustand geworden. In diesem Beitrag geht es darum, wie du deinen Rechner wieder herunterfährst – und warum du dadurch am Ende sogar leistungsfähiger wirst.
Eine Geschichte über meine Tochter
Ich möchte mit einer Geschichte einsteigen, die für mich ein echtes Aha-Erlebnis war. Meine große Tochter studiert Architektur an der TU in Wien. Sie ist sehr erfolgreich, hat dort ihre Passion gefunden und begeistert mich damit. Auf der anderen Seite ist es ein sehr anspruchsvolles Studium.
Im vergangenen Sommer stand ihre Abschlussarbeit an. Sie hat acht, neun Wochen lang richtig Gas gegeben – rund um die Uhr. Keine Freizeit, keine Party, kein Erholen zwischendurch. Sie hat ihr ganzes Leben für diese neun Wochen auf das Arbeiten ausgerichtet. Und sie wurde dafür belohnt: Sie hat eine sensationelle Arbeit abgegeben und war zu Recht mega stolz auf sich.
Dann kamen die Semesterferien. Sie war wieder zu Hause in Stuttgart, raus aus der maximalen Belastung, rein in den Chill-Modus. Nur konnte ihr System gar nicht chillen. Sie rief mich an und sagte: „Hey Papa, ich suche gerade Arbeit. Ich habe mich überall angeboten, Berichte zu schreiben und Sachen auszuarbeiten.“ Ihr war langweilig.
Das fand ich hochspannend zu beobachten. Der Geist lief weiter auf hundertprozentiger Rechenleistung und konnte nicht so schnell herunterfahren.
Warum dein Rechner eine Pause braucht
Stell dir vor, dein Laptop würde neun Wochen lang rund um die Uhr auf maximaler Rechenleistung laufen. Irgendwann würde ein Fehler passieren. Irgendwann würde er sagen: So, jetzt musst du mich neu hochfahren.
Bei uns Menschen ist es nicht anders. Es gibt das Thema Arbeitsüberlastung – wir werden anfällig und wir werden krank. Und es gibt das Thema Burnout, aus dem man nicht mehr so leicht herauskommt. Das ist die absolute Endstufe.
Deshalb ist die entscheidende Frage: Was kannst du präventiv tun? Wo kannst du für dich ansetzen, bevor es so weit kommt?
Pausen machen dich leistungsfähiger
Und jetzt kommt der Punkt, der viele überrascht: Diese Prävention führt nicht zu weniger Leistung, sondern zu mehr.
Wenn dein Rechner dauerhaft auf Maximallast fährt, überhitzt er irgendwann und reduziert von selbst die Leistung. Dann kannst du gar nicht mehr auf dein volles Potenzial zugreifen. Deine maximale Leistung bekommst du, wenn du dir immer wieder Pausen einrichtest.
Im Zen ist es das Sitzen, das Meditieren, morgens und abends. Dabei hat dein System die Möglichkeit zu regenerieren. Das abendliche Sitzen ist ein Verarbeiten des Tages – dann machen wir das nicht mehr nachts. Wenn du dir morgens und abends fünfundzwanzig Minuten gönnst, kommst du wieder in deine volle Leistung.
Bei mir persönlich ist es zusätzlich der Sport. Eine Stunde herausnehmen, Zirkeltraining oder laufen gehen. Danach duschen, essen, weitermachen – und du bist in einem völlig anderen Mood, mit ganz anderer Power.
Was bewusste Pausen wirklich ausmacht
Als meine Tochter und ich gemeinsam überlegt haben, kam sie selbst auf die Lösung: sich wirklich bewusst herausnehmen. Einen Kaffee trinken, spazieren gehen, mit Freunden quatschen und dabei wieder Energie sammeln.
Das Wort „bewusst“ ist dabei entscheidend. Eine Pause, in der du auf dem Handy weiterscrollst oder gedanklich schon bei der nächsten Aufgabe bist, ist keine Pause. Dein System merkt den Unterschied.
Eine echte Pause heißt: Handy aus, Laptop aus. Und wenn du dich mit Freunden triffst, dann redet über Gott und die Welt statt über das, was gerade ansteht.
Dein Denkzettel für diese Woche
Ich möchte dir einen konkreten Denkzettel mitgeben. Schau dir einmal deinen Wochenplan an und sieh nach, wie er getaktet ist. Und dann plane ganz bewusst Pausen ein – nicht als Lücke, die übrig bleibt, sondern als festen Termin.
Überleg dir dabei, was dir wirklich guttut. Vielleicht ist es die Sauna, allein. Vielleicht ein schönes Buch. Vielleicht joggen oder ein Spaziergang im Wald. Vielleicht setzt du dich aufs Motorrad und fährst einfach eine Stunde.
Und hier noch ein Tipp: Kram ein bisschen in deiner Kindheit. Was hat dich damals maximal entspannt? Wo hattest du Freude, ganz außerhalb von Pflicht und Leistung? Oft liegt dort die Antwort, weil es etwas ist, das wirklich zu dir gehört – und nicht etwas, das du dir angewöhnt hast, weil es als entspannend gilt.
Schaffe dir Zeiten und Räume, um deine Akkus wieder aufzuladen. Genieße dich, ohne dass du etwas tun musst.
Lass uns darüber sprechen
Wenn du merkst, dass du aus deinem Hamsterrad allein nicht herauskommst, dann lade ich dich herzlich zu einem kostenlosen Kennenlerngespräch ein – zu meiner Sternstunde. Lass uns gemeinsam anschauen, was dich in diesem Dauerlauf hält und wie du wieder in deine Ruhe und deine volle Kraft findest. Energetisches Coaching in Kempten (Allgäu) setzt genau dort an.
Ich freue mich zutiefst auf unsere Begegnung. Dein Andreas.
Du möchtest das nicht nur lesen, sondern erleben?
Dann lass uns sprechen – und schauen, ob deine Sternstunde der nächste Schritt ist.
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